Die slowenische Katholische Mission (SKM) in Berlin fand ihren Anfang bereits vor 35 Jahren.
Pfarrer Pater Janez Sodja, der Gründer, hat Menschen zusammen geführt, gemeinsame Gottesdienste gehalten und auch gesellschaftliche Ereignisse organisiert. Die Menschen kamen sich näher und so kam die SKM auch bald zustande, wurde bekannt und anerkannt.
Der Anfang der Mission liegt in der Gemeinde St. Canisius, Charlottenburg. Es folgten das
Kolpinghaus Kreuzberg und St. Elisabeth in Schöneberg.
Bei der Gründung wirkten nicht
weniger als 3000 Menschen mit, in der Mehrzahl Einwanderer aus verschiedenen Regionen
Sloweniens. Natürlich gab es auch Pfarrer die einen großen Beitrag zur SKM geleistet haben,
die ich auch namentlich nennen möchte: Dr. Stefan Sterner, Anton Stekl, Stefan Veres, Stefan
Antolin und Martin Horvat. Heute habe ich mich der Mission angenommen
Pfarrer Izidor Pecovnik, DORI.
Die Slowenen haben hier viele verschiedene und bedeutsame Augenblicke erlebt.
Ich möchte nur auf einige hinweisen: Nach der Gründung der Slowenischen Katholischen Mission
1969 wurde 1980 der Verband Slowenien e.V. ins Leben gerufen. Am 25.6.1991 feierte Slowenien
seine Unabhängigkeit und im Jahre 2000 wurde noch die Deutsch-Slowenische Gesellschaft
gegründet.
Das größte und prägendste Ereignis war wohl der Umzug 1989 aus dem
Kolpinghaus in die Kirchengemeinde St. Elisabeth, denn hier haben wir wirklich unser zweites
zu Hause gefunden. Die Menschen haben uns mit aller Herzlichkeit und Freundlichkeit
aufgenommen, es wurden wahre Freundschaften geschlossen und viele Gemeinsamkeiten
gefunden.
Die Slowenen sind ein sehr fleißiges Volk und helfen sehr gerne bei den verschiedensten
Veranstaltungen, aber auch ihre Gastfreundlichkeit, Witz, Humor und Lebensfreude sind
wesentliche Bestandteile ihrer Mentalität und ihres Herzens. All das kommt am meisten bei
einem gemütlichen Beisammensein in unseren Räumlichkeiten zum Ausdruck, die uns sehr wichtig
sind, da ein großer Teil unseres Gemeindelebens in ihnen abläuft. Hier können wir gemeinsam
feiern, planen und noch vieles mehr.
Die Slowenen sind sehr gläubige und fromme
Menschen. Sie mögen gerne Feierlichkeiten und Feste die wir mit den Deutschen teilen und
natürlich auch zusammen feiern, sind sehr integrativ, erhalten aber trotzdem ihr Eigenes.
Slowenen tanzen gerne und haben auch das freudenvolle Kindliche und Spielerische in sich
behalten, was durch alle Generationen bemerkenswert ist.
Die erste Generation hat einen Chor gegründet, der unter dem Namen OKTET SKM bekannt ist und auch heute noch sehr aktiv ist. Die Kinder der Einwanderer wurden in Berlin geboren, sie sind sehr stolz auf ihre neue Heimat, sind aber auch heute noch tief in der slowenischen Tradition und Kultur verwurzelt. Mittlerweile wächst nun eine neue Generation heran, die sich bereits völlig ihrer Umgebung angepasst hat. Die Jugendlichen sind meistens gut ausgebildet und finden schnell eine Arbeit. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Diesen jungen Menschen steht die Gemeinde zur Seite und hilft ihnen, wieder in ein geordnetes Leben zurückzufinden. Unsere Jugendlichen sind auch kulturell bzw. musikalisch sehr engagiert. Ihre Musikband heißt DIE ZWEITE GENERATION und ein Mädchenchor ist unter dem Namen PLANIKA bekannt. Auch sportlich sind sie nicht zu unterschätzen, denn sie spielen jeden Freitag Fussball in Siemensstadt. In der Gemeinde übernehmen sie viel organisatorische Arbeit wie z.B. Faschingsfeier, Nikolaus, Ausflüge und verschiedene Treffen mit anderen Jugendlichen in ganz Deutschland und auch zu Hause in Slowenien. Die kleinsten besuchen unseren Kindergarten der von einem slowenischen Erzieher betreut wird.
Es ist nicht zu übersehen, dass wir uns hier in unserer Pfarrgemeinde St.
Elisabeth wohl fühlen und ein zweites zuhause gefunden haben. In diesen Jahren haben wir uns
alle sehr gut kennen gelernt und die Unterschiede zwischen den Kulturen bedeuteten für uns
immer positive Herausforderungen.
Wir haben uns auch mit der ältesten Kirche auf der
Welt, die der Heiligen Elisabeth gewidmet ist und in Slovenj Gradec (Slowenien) steht,
verbrüdert.
Zum Zeichen unserer tiefen Verbundenheit und Dankbarkeit, haben wir
Slowenen den Deutschen ein Farbfenster von Anton Martin Slomsek für die Kirche geschenkt.
Als Pfarrer war mir die Offenheit und Hilfsbereitschaft der beiden
Pfarrer Boto Mey und Kotzur das größte Geschenk, denn nur so konnte ich in aller Freiheit
meine Arbeit verrichten. Ohne zwischenmenschliche Hilfe geht es eben nicht. Ich denke dabei
auch an alle Gremien der St. Elisabeth und meine treue Mitarbeiter vom Kindergarten St.
Elisabeth. In einer solchen Atmosphäre Pfarrer zu sein ist ein wahres göttliches
Geschenk.
So werden wir Slowenen für immer hier bleiben und unseren Beitrag zur
Bereicherung der Multi-Kultur der großen Hauptstadt Berlin beisteuern.
Vermutlich wird
auch das Heltzel-Atelier das sich auf dem Dachboden der Kirche St. Elisabeth befindet in ein
slowenisches Kulturzentrum umgewandelt. Wir werden somit die Gelegenheit haben, die reiche
slowenische Kultur und Kunst noch besser vorzustellen und zu leben.
So, dass war
eigentlich nur ein kurzer Einblick in unser Gemeindeleben. Wir hoffen noch weiterhin auf
freundschaftliche Unterstützung, ohne die wir es nie geschafft hätten.Wer mehr über uns
erfahren möchte, ist jederzeit herzlich eingeladen, uns zu besuchen und am regen Leben der
Gemeinde teilzuhaben.