St. Elisabeth - Innenraum

Innenraum St. ElisabethVon Kunstsachverständigen wird immer wieder betont, dass die St. Elisabeth-Kirche ein sakrales Bauwerk von überaus hohem künstlerischen Rang darstellt. Der Kirchenraum hat eine sehr reichhaltige Ausstattung mit Kunstwerken aufzuweisen. Verschiedene manieristische Elemente der Gotik, der Renaissance, des Klassizismus, des Barock und vor allem des Jugendstils kommen hier zum Tragen.

Was dem Betrachter sofort auffällt: der Werkstoff Holz beherrscht den Raum und verleiht im eine besondere, warmtonige Atmosphäre; Holzparkett auf dem Fußboden, Holztäfelung ringsum an den Wänden, hölzerne Brüstungen an Orgelempore, Tribunen und Erkern. Aus Holz bestehen die Altäre, die Kanzel, die Beichtstühle, die Opferstöcke und natürlich auch die Kirchenbänke.

Viele Holzflächen tragen Schnitzereien von außergewöhnlich hoher kunsthandwerklicher Qualität.

Es waren vor allem fünf Künstler, die durch ihre Arbeiten dem Kirchenraum von St. Elisabeth sein unverwechselbares Gepräge gegeben haben.

1. Bernhard Hertel, Kölner Dombaumeister, Architekt und Erbauer der Kirche.

2. Anton Becker- Brockhinke aus Wiedenbrück, Kunsttischler und Holzbildhauer.

3. A. Mormann aus Wiedenbrück, Bildhauer in Holz und Stein.

4. Johanns Grewe aus Wiedenbrück, Kunstmaler.

5. Professor Gebhard Fugel, Kirchenmaler.

 

Der Hochaltar

Er hat folgenden Aufbau:

St. Elisabeth Hochaltar

Holzmensa (Altartisch)

Retabel (senkrechter Altaraufsatz)

Expositorium (Tabernakel mit Baldachin)

In der Mitte der Predella befindet sich der Tabernakel.

Seine beiden Türen tragen je einen von vier Flügelpaaren umgebenen Engelkopf. Die Innenseiten der Türen tragen je ein aufgemaltes Lilienkreuz, vielleicht ein Hinweis auf die ehemalige Zugehörigkeit der St. Elisabeth-Kirche zum Bistum Breslau.

Ebenfalls in der Predella des Hochaltares befinden sich die holzgeschnitzten Brustbüsten der vier großen abendländischen Kirchenlehrer.

Links neben dem Tabernakel:
St. Gregor und St. Ambrosius

Rechts neben dem Tabernakel:
St. Augustinus und St. Hieronymus.

Als gemeinsames Attribut tragen alle vier ein Buch in der Hand.

In der Reihe darüber:

in der Mitte die Aussetzungsnische, die der Aufnahme des Altarkreuzes bzw. der Monstranz dient. Die Öffnung der Nische wird beidseitig flankiert durch zwei Anbetungsengel. An den Außenseiten, unter kleinen gotischen Baldachinen stehend, zwei Heiligenfiguren.

Figur links: die Patronin dieser Kirche, die Heilige Elisabeth.

Figur rechts: der Patron der Muttergemeinde von St. Elisabeth, der Heilige Matthias.

Der Baldachin über dem Tabernakel ist als Kuppeldach ausgebildet.

Den oberen Abschluss des Hochaltares bildet eine Galerie von vier Aposteln in Reliefdarstellung. Diese Galerie wird links und rechts des Hochaltares in der Chorwandvertäfelung fortgesetzt, so dass sich ein ganzer Apostelfries ergibt.

 

Die Kalvarienberggruppe über dem Hochaltar

kalvarienbergDiese lebensgroße Kreuzigungsgruppe wurde 1911

gefertigt von dem Künstler A.Mormann aus Wiedenbrück. Die Gruppe bestand zunächst nur aus sieben Hauptfiguren:
Corpus Christi am Kreuz, guter Schächer ( mit Kreuz und Engel), böser Schächer ( mit Kreuz und Teufel), Maria, Johanns, Maria Magdalena, römischer Hauptmann.
Im Jahre 1920 wurde diese Gruppe durch vier weitere Figuren erweitert:
weinende Frau, kniende Frau, römischer Soldat, Jude.

Sämtliche Figuren sind aus massivem Holz geschnitzt. Die Vergoldung und Bemalung wurde von dem Kunstmaler Johannes Grewe aus Wiedenbrück ausgeführt.

Die Kalvarienbergdarstellung erinnert an Passionsdarstellungen des süddeutschen Großbarock und des westdeutschen Kleinbarock des 18. Jahrhunderts.

Die Kalvarienberggruppe gilt als das herausragendste Kunswerk der St. Elisabeth-Kirche, eine Darstellung voller Ernst und Eindringlichkeit, die den gesamten Kirchenraum beherrscht.

 

Der Zelebrationsaltar

Er wurde 1922 geschaffen nach Entwürfen von Prälat Theodor Grabe.

Die Frontseite des Altares besitzt eine klassische Dreiteilung mittels kannelierter Pilaster und Felderfüllungen. In das mittlere Feld sind - auf ausdrücklichen Wunsch von Prälat Grabe - die beiden Worte "Ave Maria" hineingesetzt worden.