Unsere Friedhofskirche St. Fidelis

fideliskirchePfarrer Kappenberg von St. Matthias kaufte 1891 in den sogenannten "Rauhen Bergen" in Berlin-Mariendorf ein Grundstück von 20 Morgen Größe zum Preise von 135.000 Mark, um einen Friedhof anzulegen. Zunächst wurden 7 Morgen für Begräbniszwecke hergerichtet, die zur Straße hin durch eine Mauer mit drei Eisentoren abgegrenzt waren. Sodann wurden ein Wohnhaus für den Totengräber und zwei Arbeiter sowie eine Leichenhalle gebaut. Den Mittelpunkt des Friedhofs bildete ein großes Kreuz mit einem aus Zinkguß hergestellten Corpus, der von Bildhauer Pohlmann, Berlin, modelliert war.

Am 3. Oktober 1892 nahm der Fürstbischöfliche Delegat Dr. Jahnel die feierliche Einweihung des Matthias-Friedhofs vor. Bereits am 4. Oktober fand nachmittags um 3 Uhr die erste Beerdigung statt.

Das Gelände wies ursprünglich große Höhenunterschiede auf, die erst durch das Aufschütten von Erdreich, das beim Ausheben des Teltowkanals anfiel, ausgeglichen werden konnten.

Die alte St. Fideliskirche (1927-1943)

Clemens Graf von Galen, damals Pfarrer an St. Matthias, später Bischof von Münster, ließ 1920 den Friedhof stark vergrößern und war der Initiator des Baus der St. Fidelis-Kirche in den Jahren 1926-27.

zerstörte fideliskircheOb eine am 3. 1. 1928 angebotene Orgel mit 5 Registern jemals in der St. Fidelis-Kirche Aufstellung gefunden hat, ist nicht belegt. Es existiert ein Brief eines Antiquars Wennerscheid (Wilhelmstr. 53 / Berlin-Centrum 8920) an den Pfarrer von Galen, in dem eine Orgel mit 5 Registern aus seinem Privatbesitz für 3500 RM angeboten wurde.

Disposition: Prinzipal 8´, Gedeckt 8´, Gamba 8´, Oktave 4´ und Piccolo 2´; (angehängtes Pedal / pneumatische Traktur / elektrischer Winderzeuger) Erbauer Fa. Feith, Paderborn; 1921 durch OB Hammer vermittelt, vom Pfarrer der Steglitzer Rosenkranz-Kirche stammend.

Unter Pfarrer Coppenrath wurde die Kirche St. Fidelis als Kuratie am 20.10.1929 an Pater Mevissen MSC übergeben.

In einer Liste mit einer Aufstellung der an die neue Kuratie übergebenen Gegenstände ist nur ein als "alt" bezeichnetes Harmonium aufgeführt.

Von dieser ersten St. Fidelis-Kirche existiert lediglich eine Grundrisszeichnung, eine fotografische Außenansicht und ein paar Fotos von der kriegszerstörten Ruine.

 

Die neue St. Fideliskirche

Am 1. März 1943 wurde bei einem Bombenangriff die Kirche fast völlig zerstört, nach mühseligen provisorischen Wiederaufbauten trafen am 23. August 1943 abermals Bomben die Kirche.

Im Jahre 1951 wurde die Kirche in geänderter Form wiedererrichtet.

Nach verschiedenen Erweiterungen beträgt die Gesamtfläche des Friedhofs heute (1967) 10,4 ha: 7 ha für den Friedhof, auf dem Rest stehen Kirche, Verwaltungsgebäude, Wirtschaftsgelände und Gärtnerei.

Seit 1952 gibt es auf Initiative des damaligen Friedhofverwalters Paul Pelka das Monatsamt für die Verstorbenen.

1958 bekam die "Mutterkirche" am Winterfeldtplatz ihre neue Seifert-Orgel. Die "alte" mit mittlerweile 17 Registern - vgl. ursprüngliche Orgel von 1946 mit 8 Registern - ging nach Überarbeitung durch die Firma Fleiter aus Münster an St. Fidelis über.

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