Den 90. Weihetag der St. Matthias-Kirche im Jahre
1985 begingen wir fast ohne Fenster. Beim Wiederaufbau nach dem Krieg hatte man von den 26
großen Fenstern fünfzehn zugemauert und acht erheblich verkleinert. Im Zuge der
Jubiläumsfeierlichkeiten wurde die Idee geboren: wir öffnen die Fenster wieder - wenigstens
die fünf mittleren in der Apsis. Als an Pfingsten 1987 durch das erste geöffnete Fenster
Licht in den Altarraum flutete, gab es kein Halten mehr: Alle Fenster in der Apsis und in den
beiden Seitenchören bekamen ihre alte Form und Größe zurück, und das Fenster über dem
Hauptportal das ursprüngliche Maßwerk. Nur vier ehemalige Fenster im hinteren Bereich
blieben zu (aber das stört niemanden), und die sechs Schiffenster sind auch in der
verkleinerten Version gute Lichtspender.
Man darf Kirchenfenster nicht öffnen, ohne an eine künstlerische Verglasung zu denken. Auf der Suche nach einem Künstler fanden wir Hermann Gottfried (Bergisch-Gladbach), einen Maler, der dem konkreten Bildgehalt des christlichen Glaubens verbunden ist und mit der Handschrift unserer Zeit malt. Gottfried wurde für die Gestaltung der Apsisfenster gewonnen, an mehr war damals aus finanziellen Gründen nicht zu denken. Die unerwartete Spendenfreudigkeit der Gemeinde, für die nicht genug gedankt werden kann, ermöglichte das Gesamtwerk der "Gottfried-Fenster" in unserer Kirche, das auf diesen Seiten vorgestellt wird.
Das Dornbuschfenster leuchtet nachts in die Stadt
hinein mit dem Versprechen Gottes, auf diese Stadt zu schauen und für sie dazusein. Wer die
Kirche betritt, beko
mmt von ihm gesagt, daß
er auf heiligem Boden steht. Betreten Sie mit diesen Seiten, Artikeln und Bildern den heiligen
Boden. Lassen Sie sich durch die Bilder des Alten Bundes im Schiff der Kirche hinführen zu
Christus, dem Verklärten / Auferstandenen im Altarraum - begleitet von Maria, die die
längste und innigste Erfahrung mit ihm hat, und den exemplarischen Zeugen seiner
Auferstehung, dargestellt über dem Matthiasaltar.
Leitgedanke für die Neugestaltung der Kirche in den Jahren 1987-93 war das Wort des Petrus bei der Verklärung Jesu:
"Es ist gut, daß wir hier sind".
Pfarrer Edgar Kotzur
Zur Betrachtung der
Kirchenfenster